Die Schweizer Kirchen als Steigbügelhalter der Kriegstreiber
Vehementer Protest gläubiger Christen

Diethelm Raff, Zürich

Die Uno lässt Krieg machen

In allen Medien liest, hört und sieht man seit Wochen und Monaten, dass die Welt in grosse Kriege gestürzt wird. Der wirklich dreiste Präsident der USA, der Republikaner G.W.Bush redet von 30 Jahren Krieg gegen mindestens 30 Länder auf der Welt, der marxistische Trotzkist Tony Blair von 50 Jahren. Diese Kriege werden mit Sicherheit auch in Europa geführt werden. Die US-Uno verwirklichte in Afghanistan den Plan der Brahimi-Strategietruppe im Auftrag des Uno-Generalsekretärs Kofi Annan: Grossmächte führen Krieg um Einfluss und Rohstoffe - auch gegen die UN-Charta unter den Namen robuste Einsätze, Friedensmission und Konfliktmanagement -, der zuständige Uno-Sicherheitsrat schweigt und sichert das eroberte Territorium durch eine Friedenskonferenz und Schutztruppen ab. Unter dem Titel nation building -Staatenbildung - setzt die Uno der Bevölkerung in alter kolonialistischer Manier eine Verwaltung und eine Marionettenregierung vor die Nase und bombardiert alle, die dieser Zwangsherrschaft entgegentreten. Die befreiten Menschen verhungern, erfrieren oder verlieren ihre Körperglieder durch die zurückgelassenen Cluster-Bomben zu zigtausenden - wie es die Hilfsorganisationen warnend schon vor dem Krieg in Afghanistan vorausgesagt hatten. Die neuen Flughäfen für die USA in Kirgistan und Usbekistan sind gesichert. Die Hauptstadt Kabul ist unter Kontrolle der Mächtigen, der Rest des geostrategisch wichtigen Landes wird auf natürlichem Wege entvölkert.

Segnung der Uno-Kriege durch die Schweizer Krichenfürsten?

So offensichtlich ungerecht, so offensichtlich menschenverachtend, so offensichtlich gegen den Frieden und gegen die Bewahrung der Schöpfung. Die Schweizer Kirchen geben dieser vor jedermanns Augen stattfindenden Kriegstreiberei jubelnd den Segen.. Weltweiter Friede ist eine grosse Verheissung der Bibel. Die weltumspannende Völkergemeinschaft der UNO ist ein Zeichen, dass aus der Utopie Realität werden kann und muss. Christinnen und Christen können den Beitritt nur befürworten. (Die Kirchen und die Uno, S. 10, mit einer Einleitung vom Präsidenten des Rates des Schweizerischen Kirchenbundes und des Präsidenten der Schweizer Bischofskonferenz). Krieg ist Frieden, Krieg wird zur Verheissung der Bibel. Ist es wieder, wie so oft schon in der Geschichte, wieder einmal die Aufgabe der Kirchenfürsten, die Menschen in einen Krieg zu treiben - im Namen Gottes.

Wenn Kriegsgreuel gerechtfertig werden müssen, waren die Kirchenfürsten nie weit. Die Gläubigen blieben allein

Erinnern wir uns: Hitler warb im November 1933 um die Friedensbewegung mit den Parolen über ganze Häuserzeilen: Mit Hitler gegen den Rüstungswahnsinn der Welt und Der Marschall und der Gefreite kämpfen mit uns für Frieden und Gleichberechtigung und hatte damit Erfolg. Schöne Worte - schlechte Taten. Die Aufrüstung auf allen Seiten nahm ihren Lauf. Die Kriegsgeschäfte der Grosskonzerne blühten in vielen Ländern. Die Nationalsozialisten konnten für die Reichstagswahl 1933 mit einem Bild des katholischen Nuntius im Gespräch mit Hitler werben, der sagte: Ich habe sie lange nicht verstanden. Ich habe mich aber lange bemüht. Heute verstehe ich Sie. Keine Proteste der katholischen Kirche waren zu vernehmen. Hitler wurde gewählt: Krieg, Diktatur und die Kriegsgewinne auf Kosten der Menschen wurden gewählt.

Genausowenig kamen Proteste der katholischen Kirche in Österreich, als die Bischofskonferenz in einer Annonce dazu verwendet wurde, kurz vor dem Abstimmungsonntag den österreichischen Katholiken über den Beitritt zur Eu unterzujubeln, die katholische Kirche unterstütze die EU und damit auch deren Militarisierung seit 1992. Jetzt sollen auch die Christen in der Schweiz zu einem Uno-Beitritt genötigt werden. Der evangelische deutsche Bischof Dibelius erklärte bei der Eröffnung des Reichstages am 21. März 1933 in der Potsdamer Garnisonskirche, dass der autoritäre Staat sein müsse, bevor Frieden und Gerechtigkeit eintreten könnten.

Die Fürsten der orthodoxen Kirche in der Sowjetunion sahen ihre Chance nach jahrelanger blutiger Unterdrückung durch den leninistischen Marxismus mitten im Krieg 1941. Sie spendeten neue Panzer für die Machthaber und durften Trost für die Zerfetzten. Lenin brauchte sie, weil er für die auch von ihm lange vorbereitete Kriegsführung eine bessere Ideologie brauchte. Nach dem Krieg wurde die Kirche sofort wieder verboten und überlebte nur als Anhängsel des Geheimdienstes (2000 Jahre Christentum, SWR 19.2.02 23.00). Die Waffen wurden gesegnet - hüben und drüben. Die Zerstörung durch Krieg und Vertreibung immer gerechtfertigt.

Ganz was Neues? Heilige Uno - heiliger Krieg

Auch heute haben die Kirchenfürsten wieder eine Rechtfertigung parat: Der Schweizerische Evangelische Kirchenrat nutzt sogar das Vertrauen der Gläubigen in die Kirche, um das zentralistische Machtgebilde Uno ein christliches Mäntelchen umzulegen: In der Presseerklärung vom 21.1. 2002 setzt er die Uno mit der universellen Kirche Jesu Christi gleich. Die Kirchen arbeiten weltweit für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung, das ist ihr Wertebeitrag. Deshalb sagen sie ja zur Uno; denn die Staatengemeinschaft der Welt verfolgt die gleichen Ziele. ...Doch was die Gemeinde erst zur Kirche macht, ist ihre Zugehörigkeit zur universellen Kirche Jesu Christi. Lokalität und Universalität sind also keine Gegensätze, sie ergänzen sich vielmehr. Das ist Blasphemie. Die Gemeinschaft der Gläubigen als Militärmacht? Eine schöne neue Welt.

Wieder einmal: Die Kirchenfürsten fordern Gutgläubige Untertanen statt eigenständige denkende Christen

Mit Gottvertrauen in den Krieg marschieren?

In gleicher Weise ist der Hirtenbrief zur Fastenzeit 2002 vom Präsidenten der katholischen Bischofskonferenz, Monsignore Amedée Grab, verfasst: Zuerst verlangt er von den Gläubigen kaum verhohlen, dass sie mehr Vertrauen in die Bischöfe haben sollten, weil nur so die frohe Botschaft Jesu weitergetragen werden könne und die Weltkirche entwickelt werden könne. Genauso sollte jeder mehr Gottvertrauen entwickeln, auch wenn es um den Tod (in den zukünftigen Kriegen?) gehe. Die allgemeine Verunsicherung sei so gross, aber mit Gottvertrauen könne das nötige Selbstvertrauen entwickelt werden. Wenn man dem Herrn vertraue, werde man auch das Misstrauen (gegen die Machthaber?) los. Was ist das anderes als Einschüchterung von Kritikern? Besonders wenn dann das entscheidende Schlusswort kommt, auf das die ganze Rede hinsteuert. Der vertrauensvolle Mensch glaubt den Bischöfen und stimmt für die Uno: Will die Kirche wirklich wieder so offen für Krieg und autoritäre Machthaber eintreten? Hat sie wirklich nichts aus der Geschichte gelernt? Nach diesen in allen katholischen Gottesdiensten losgelassene Einschüchterung, dass jede Kritik an den Herrschenden ein Zeichen von Misstrauen sei, sind die Gemüter so weit aufgeweicht, dass der eigentliche Befehl in dieser mit biblischen Zitaten angereicherten politischen Rede durchgegeben werden kann: Zum Schluss möchte ich darauf hinweisen, dass wir bald bei einigen wichtigen Volksabstimmungen unter Beweis stellen könne, wem wir vertrauen und wieviel Vertrauen wir haben. Wer also kritisch der Uno, der Eu, der Umrüstung der Schweizer Armee auf weltweite Kriegführung misstraut wird problematisiert. Wir meinen damit vielmehr, dass wir mit Gottvertrauen auch unser Land in eine weltweite Zusammenarbeit und Verantwortung einbringen sollen. Die Uno lebt davon , dass jede Nation vertrauenswürdig und Vertrauen schaffend in ihr mitwirkt. Wer Vertrauen in die Stärkung des Friedens durch Selbstbestimmung in der direkten Demokratie, in der Kleinräumigkeit, in der Ablehnung von Grossmachtdenken, in echter Hilfeleistung für jeden Menschen hat, wird zur Ordnung gerufen und zum Untertanentum gegenüber den Bischöfen.

Das ist ein Meisterstück von Rechtfertigung der Kriegstreiberei. Die Einschüchterung erinnert ans Mittelalter, die autoritäre Haltung ist heute angereichert mit moderner Psychotechnik. Die Kirchenfürsten haben wohl noch nie gehört, dass das Gottvertrauen der Schweizer gerade darin bestanden hat, dass sie gegen jede Übermacht seit über 700 Jahren ihre Eigenständigkeit erhalten haben. Meinen die Kirchenfürsten eigentlich, dass sie in einem heiligen Römischen Reich leben, in dem den Untertanen von den Kanzeln herunter die Befehle gegeben werden?

Die Kirche will: Teilnahme der Schweiz an heiligen US-Uno-Sanktionen

In der Broschüre: Die Kirchen und die Uno rechtfertigen die Kirchen sogar den Krieg und fordern die Teilnahme an den schon längst angekündigten Gewaltakten der Uno durch die Schweiz: Wenn sie gegen Angreifer oder gegen Staaten, die die Menschenrechte schwerwiegend verletzen, Sanktionen ergreift, kann die Schweiz nicht abseits stehen. (S. 12) Erinnern wir uns. Wenn die Länder in der Geschichte überschuldet waren, wurde das Problem mit Krieg gelöst. Die Kriege waren immer lange vorher angekündigt. Manchmal, wie seit 1912 vor dem 1. Weltkrieg muss erst noch genügend aufgerüstet und die Kriegsgegner ausgeschaltet werden, bevor die Menschen zum Morden geschickt werden immer mit dem Segen der jeweiligen Kirchen. Den 2. Weltkrieg kündigte Hitler in seinem Buch Mein Kampf schon ab 1925 an - natürlich für die Befriedung der Welt unter der Vorherrschaft des grossen Reiches. Die heutigen Kriege zur Beherrschung der Welt hat zum Beispiel auch Zbigniew Brzezinksi in seinem Buch Die einzige Weltmacht. Amerikas Strategie der Vorherrschaft ganz offen und kaltblütig 1997 dargestellt. Seither kann man Jahr für Jahr die Umsetzung dieses Plans aus der Küche des Council for Foreign Relations und der Trilateralen Kommission verfolgen. Im Brahimi-Bericht der Uno ist der Einbezug der Uno genau dokumentiert. In Foreign Affairs ist schon seit spätestens September 2000 offen dargelegt, wie G.W.Bush die Uno zu kommandieren hat. Lesen in der Schweizer Kirchenhierarchie alle nur noch die Befehle der Mächtigen im Tages-Anzeiger und in der NZZ statt selber zu denken? Warum soll die Schweiz nicht lieber der notleidenden Bevölkerung helfen als Kriege mitzuführen. Was haben die Kriegspropagandisten in den Kirchen eigentlich dagegen? Wie einfältig ist doch die Einflüsterung der spin-doctoren, wer nicht auf Geheiss der einzigen Grossmacht USA gegen einen Diktator Krieg mitführen will, unterstütze deshalb diesen Diktator.

Die Uno als Gegner der christlichen Werte

Welcher spin-doctor, welcher Kriegspropagandist hat wohl den Hirtenbrief von Amedée Grab geschrieben oder hat ihm eingeflüstert, er müsse die Zustimmung zur Uno mit dem Gottvertrauen verbinden und einen Satz später gegen die Fristenlösung schreiben. Er hätte wenigstens die Propagandisten fragen könne, was in den Uno Papieren dazu steht. Seit mindestens 10 Jahren legt die Uno an allen grossen Konferenzen fest, dass die Abtreibung unter dem Titel reproduktive Gesundheit in allen Ländern durchgesetzt werden müsse , ja es müsse sogar sichergestellt werden, dass nur noch gesunde Kinder geboren werden, nachzulesen zum Beispiel in der Agenda 21 unter Punkt 5.51, 6.21, 6.26, 24.3.e ) Und warum kümmert es die Kirchen nicht, dass in den Uno-Papieren die Familie nicht einmal mehr existiert, man spricht nur noch von Haushalten, die verwaltet werden müssen. Gerade die Familie, die die Basis der Verwirklichung der Sozialnatur der Menschen ist? Und wenn die Schweizer Kirchenfürsten fragend festlegen, dass das Gemeinwohl in der Völkergemeinschaft nur durch die Uno verwirklicht werden könne (S. 6 der Broschüre Die Kirchen und die UNO), so zeigt zumindest die katholische Seite, dass sie die gesamte Naturrechtslehre als Grundlage der katholischen Lehre überhaupt über Bord geworfen haben, denn es kann kein Gemeinwohl geben in einer zentralisierten, undemokratischen Welt aus Grosskonzernen und nicht demokratische legitimierten Sondergruppen, wie sie der Uno vorschwebt.

Im Vorwort von Die Kirchen und die Uno muss aufstossen, dass alle Ziele aus der Präambel der Charta der Vereinten Nationen nicht zitiert werden, die das christliche und das aufgeklärte Menschenbild beinhalten, wie es zum Beispiel in der Naturrechtslehre dargelegt wird. So zitieren die Schweizer Kirchen zwar die Werte des Friedens, der Gerechtigkeit und der soziale Sicherheit und erklären gleichzeitig, dass dies die Werte auch der Schweizer Kirchen seien. Was sie weglassen ist der fundamentale Bezug auf die Würde und den Wert der menschlichen Persönlichkeit, ebenso die unveräusserlichen Rechte jedes Menschen, wie es in der Präambel der Uno zu lesen ist. Die Kirchen unterschlagen auch, dass der soziale Fortschritt in der Präambel der Uno gefördert werden soll innerhalb grösserer Freiheit und dass es dort um die Gleichberechtigung aller Nationen gehen soll ob gross oder klein. Dass genau solche fundamentalen Grundlagen des menschlichen Lebens der Kirche nicht erwähnenswert scheinen ist nicht zufällig. Sie beziehen sich in dem Papier ausdrücklich auf den ökumenischen Prozess für Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung, mit dem die Theologie in Europa befreiungstheologisch, also marxistisch, umgedeutet wird.

Gleichschaltung der Kirchen mit dem staatlichen Propagandaapparat

Es muss ausserordentlich verwundern, wie wenig die Krichenfürsten über die Uno wissen. Aus jedem Satz ist ersichtlich, dass sie genau das nachplappern, was die Uno-Propagandisten aus dem Bundeshaus vorgekaut haben. Oder haben sich die Kirchenfürsten ihre Stellungnahmen von den vom Steuerzahler bezahlten 430 Manipulatoren im Bundeshaus direkt schreiben lassen. Die phantasielose gleichgeschaltete Phrasen lassen es vermuten. Schon die Broschürentitel sind gleichgeschaltet: Die Schweiz und die Uno vom Bundeshaus. Die Kirchen und die Uno von den Kirchen. Oder sind die Ideologiezentralen Justitia et Pax auf katholischer Seite und das Institut für Sozialethik des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbundes, die alle wichtigen Stellungnahmen der Kirchen formuliert haben, im Kirchenapparat bereits so einflussreich, dass sie in aller Ruhe mit ihren ideologischen Freunden im Bundeshaus die Strategie zur Manipulation der Bürger gemeinsam steuern?

Neue Religion als Mittel der Machtsicherung

Die Organisatoren der neuen US-UNO Weltordnung haben sich nun vorgenommen, die Menschen mit einer einheitlichen Religion zu beglücken. Sie soll dazu dienen, die spirituellen Bedürfnisse des Menschen zu befriedigen und gleichzeitig die neue Weltordnung in den Köpfen der Menschen zu verankern. Aus den gescheiterten kommunistischen Diktaturen haben deren Strategen gelernt, dass sie die Religion in ihren Herrschaftsapparat einbauen müssen. Sie brauchen deshalb eine gefügig machende Religion. Maurice Strong, einer der einflussreichsten Personen bei der Reform der Uno zur Weltsteuerungsmacht und spiritus rector der Agenda 21, Leiter der ersten grossen Weltkonferenz in Rio 1992 und einer der fünf Mitglieder des Zentralkomitees der Earth Charta, hat zusammen mit seiner Frau Hanna 1988 die Manitou-Stiftung gegründet. Sie ist heute die grösste überkonfessionelle Vereinigung in Nordamerika. Eine Gruppe von Personen um Hannah Strong nimmt sich heraus, durch jahrelange Versenkung die Weisheit in Händen zu halten. Sie wollen über die Uno den Taoismus, den Hinduismus und indianische Religionen fördern, mit der Behauptung, diese Ansätze würden dem Prinzip der Nachhaltigkeit der neuen Weltordnung entsprechen. Michail Gorbatschow, der Vertreter Europas im Zentralkomitee, liess sogar verlauten, dass das bisherige Menschenbild zu menschenzentriert sei. Das bedeutet aber auch, dass das Leben eines einzelnen Menschen weniger wichtig sein kann als das Leben anderer Lebewesen, als die Natur im allgemeinen oder als ideologische Ziele. Dies widerspricht dem christlich-abendländischen Weltbild, in dem jeder einzelne Mensch als Ebenbild Gottes einen besonderen, über allem stehenden Wert besitzt, weshalb das Recht auf Leben und die Würde des Menschen nicht angetastet werden darf. Im christlich-abendländischen Denken ist der Mensch nicht einfach Ausdruck bestehender Verhältnisse, sondern unvertauschbare Person, die als solche von den Mitmenschen anerkannt werden muss. Im Gegensatz dazu wird im Jahresbericht der Uno-Spezialorganisation Weltgesundheitsorganisation (WHO) vom 5. Mai 1997 postuliert, dass das Leben für den Menschen nur lebenswert sei, wenn er auch gesund sei. Gesund ist dabei, wer psychisch, sozial und körperlich keinen Einschränkungen unterworfen ist. Der Generalsekretär Hiroshi Nakajima weist darauf hin, dass die WHO an einer neuen Ethik arbeitet, die das absolute Recht auf Leben in Frage stellt. Die christliche Religion, jeder Monotheismus, kommt deshalb für die vorbereitete neue Weltordnung nicht in Frage. Sie stütze das falsche Bewusstsein Die christlichen Kirchen können für diese Strategen jedoch insofern von Bedeutung sein, als sie heute oft der Politisierung der Kirchgänger dienen und das Kirchenvolk auf eine neue Weltordnung mit einer neuen Religion und einem Zentralkomitee einstimmen.

Es ist deshalb vom Standpunkt des freien Bürgers, der mit Würde ausgestattet ist und nur auf Zeit und unter Vorbehalt dem Staat die Gewalt übergibt keine sozialethische Pflicht, wie die kirchliche Schrift aussagt (S. 15), sich an der Uno zu beteiligen. Im Gegenteil ist es die Pflicht, sich nicht zu beteiligen, um den Menschen als Person zu retten und eine Alternative zu einem totalitären Denken weiter zu leben.

Kirche als politische Partei statt Gemeinschaft der Gläubigen?

Die Kirchenfürsten nutzen die grosse Anzahl von Gläubigen, die Mitglied einer Kirche sind und setzen sie in politischen Einfluss um in Fragen, zu deren Zustimmung die Gläubigen nicht einmal befragt worden sind. Die Kirchen nehmen sich heraus, in politischen Fragen Stellung zu nehmen und dabei zusätzlich immer die undemokratischen Zentralisten zu unterstützen. Jeder Gläubige gerät in einen Konflikt: Will er aufgrund seines Glaubens auch Teil der Kirche, der Gemeinschaft der Gläubigen sein, so wird er gezwungen, gegen seinen Willen plötzlich auch Mitglied einer politischen Partei zu sein. Das zerreist auf die Länge die Kirche als Gemeinschaft der Gläubigen und es wird ihnen nichts anderes übrig bleiben, als aus dieser Partei auszutreten und wieder eine Kirche zu begründen. Die Alternative liegt darin, den Kirchenfürsten die Betätigung als Politiker zu untersagen, insbesondere in Bereichen, in denen sie nicht kompetent sind und nur nachplappern, was ihnen von anderen Mächtigen vorgekaut wird.

Die Kirchen hätte grosse Aufgaben vor sich. Was macht die Kirche eigentlich in Bezug auf die vielen gescheiterten Ehen. Was hilft sie der Jugend, die den Drogen, dem Konsum, den Ideen von Rieseneinkommen an den Börsen ohne Einsatz für die Allgemeinheit, den Gewaltvideos und Gewaltspielen an Computern ausgeliefert ist? Wo ist in diesen Fragen das Wort der Kirchen?

Den Kirchenfürsten ins Gedächtnis gerufen:

In Demokratien kann Recht nicht von der Kirche im Namen Gottes diktiert werden

Die Äußerungen kirchlicher Vertreter zur UNO Abstimmung in letzter Zeit geben Anlaß zu folgender Klarstellung:

Diese Politisierung der Kirchen und ihr Agieren im außerseelischen Bereich gehören nicht zu ihren Aufgaben. Sie sind für die Gemeinschaft der Gläubigen und für die Seele der Menschen zuständig. Religionskriege um politischen Machteinfluß hat es in der Geschichte genug gegeben. Ihre diesbezügliche Vergangenheit hatten die Kirchen - so meinten wir - eigentlich schon ganz gut aufgearbeitet.

Die Trennung von Kirche und Staat ist konstitutionell für den demokratischen Rechtsstaat, der sich in Europa zu einem religionsneutralen säkularen Staat entwickelt hat. Eine politische Herrschaft die sich religiös auf eine Legitimation von Gott stützt, ist mit dem Prinzip der Demokratie genausowenig vereinbar, wie eine Herrschaft aus ererbten Recht (Monarchie). Wer in einer demokratischen Republik nicht die strikte Trennung von Kirche und Staat, von Religion und Politik leistet, verfehlt seine Aufgabe als Bürger und die freiheitlich demokratische Gesetzgebung. In einer demokratischen Republik ist das Religiöse Privatsache; das Öffentliche ist die religiöse Toleranz der Bürger und die religiöse Neutralität des Staates. Um der Demokratie und der Freiheit Willen ist die Einheit des Religiösen mit dem Politischen in der Republik gerade aufgehoben.

Mit dem Hirtenbrief hebt die Kirche bei der jetzigen Abstimmung diese Trennung jedoch auf. Damit gefährdet sie zugleich den Grundkonsens des freiheitlich demokratischen Rechtsstaates. Die Schweiz hat ihre Rechtskultur, Neutralität und Demokratie überhaupt wegen dieser Trennung von Kirche und Staat entwickeln können. Dahinter sollten wir nicht zurückgehen.

Wer Krieg führen will, braucht eine Ideologie. Wenn die Kirchenfürsten diese Ideologie für die modernen Kriege liefern wollen so sei ihnen verkündet. Die Gläubigen werden Euch nicht folgen wie in den letzten grossen Kriegen.