Das Komitee "Ja zum Selbstschutz" will wie der Bundesrat Schweizer Soldaten in unserer Milizuniform in den Regen schicken und meint, sie brauchten einen Regenschirm. Und wenn's dann blitzt und donnert, reicht der natürlich nicht. So ist es auch mit persönlichen Waffen: die Eskalation ist voraussehbar. Die Grossmacht-bestimmten Interventionen des Sicherheitsrates der Uno, der Nato oder der OSZE sind ja offensichtlich nicht ohne Wirtschafts- oder andere Interessen und werden von den Streitenden oft als postkolonial oder gar imperialistisch angesehen. Wir lassen uns einbinden aus angeblicher Solidarität mit der "Weltmeinung" und verlieren die Glaubwürdigkeit als Vermittler und unparteiische Helfer.
Humanitäre Hilfe sei Schweizer Tradition: sicher, aber ohne martialisches Auftreten, eben zivil (oder in einheitlicher Bekleidung, z.B. Congo: Unité médicale civile Suisse des SRK).
Ich habe während 26 Jahren in 21 Missionen solche Hilfe als IKRK-Arzt-Delegierter geleistet und weiss, wie unsere "Impartialité" immer hinterfragt wurde. Wir Schweizer gehören nicht in unserer Militäruniform in Konfliktgebiete, schon gar nicht bewaffnet. Unsere Stärke liegt in der Glaubwürdigkeit zu unparteiischer Humanität. Mars ist ein Kriegsgott, kein Friedensfürst, Humanität war noch nie Sache der Generale, martialisches Dazwischentreten heisst Risiko von Leichen und Elend auf allen Seiten und ist oft ineffizient, man denke an Somalia.
Darum sagt meine Vernunft und Erfahrung Nein am 10. Juni, gerade auch aus Gründen der Tradition seit Marignano, Solferino und mit Bruder Klaus.
Dr. med. Eduard Kloter,
ehemaliger Arzt-Delegierter IKRK
6045 Meggen