Leserbrief: Regula Escher, 18. August 2005
Der Schweizerische Bauernverband und die erweiterte
Personenfreizügigkeit
Die Wirtschaft war bis jetzt an den Bauern nicht interessiert -
besser wären wohl Agro-Konzerne! Gemäss Schweizer Bauer und
Bauernzeitung habe der Schweizerische Bauernverband Fr. 30'000.-- von
wirtschaftlicher Seite angenommen, um durch Zeitungsinserate einem JA
zum Durchbruch zu verhelfen. Der Dachverband Economiesuisse habe dem
Komitee "Binnenwirtschaft für ein Ja zum freien Personenverkehr",
dem Gewerbeverband und SBV angehören, Fr. 200'000.--
gesponsort. Dass der SBV gleicher Meinung wie die Wirtschaft sei, wie
Urs Schneider, stv. Direktor des SBV im Schweizer Bauer vom 12.8.
sagt, zeigt, dass der SBV andere Ziele hat, als eine gute, naturnahe
Landwirtschaft, kleinere und mittlere Bauern mit Familienbetrieben zu
sichern und sich schützend vor diese zu stellen.
Die Wirtschaft will auf jeden Fall ein JA erwirken. Sie will
Gewinnmaximierung und höhere Rendite, dazu Kostensenkung und
deshalb billigste Arbeitskräfte. Hier darf man fragen, wer nun der
Roseinenpicker ist. Für diese Abstimmung braucht sie die Bauern.
Diese sind grösstenteils gegen die erweiterte
Personenfreizügigkeit, auch aus Solidarität mit den
Lohnempfängern in andern Bereichen. Nun wird ihnen gesagt, sie
hätten bei einam JA dann billige Arbeitskräfte für
saisonale Arbeitsspitzen. Bereits vorher kamen aber Menschen aus den
Ostländern und arbeiteten in der Landwirtschaft, erst illegal,
dann wurden Verträge mit den jeweiligen Staaten abgeschlossen. So
könnte es auch weitergehen. Bei einem JA werden sich Armut und
Arbeitslosigkeit hier breitmachen, da Billigstlohnempfänger und
selbständige Ich-AGs von überall aus der EU in der Schweiz
aufgenommen werden müssen. Die überbeanspruchten Sozialwerke
werden ruiniert werden. Steuern und Sozialabgaben werden steigen.
Wie kann dann gute und gesunde Nahrung aus einheimischer Prduktion noch
gekauft werden? Und wie soll dann die Schweiz in der Welt noch
humanitär wirken können? Aus all diesen Gründen
braucht es ein überzeugtes NEIN.