Leserbrief: Kurt Koller,
Economiesuisse-Chef in
China - Wolf im Schafspelz
Ueli Forster,
Textilunternehmer in St. Gallen, ist bekanntlich
Präsident der
"Economiesuisse" und kämpft an vorderster
Front für die
Personenfreizügigkeit. Dies macht er alles zum
Wohle der Schweiz. Oder
doch vielleicht etwas mehr zum
Eigenwohl?
Folgendes ist im St.
Galler Tagblatt zu lesen:
Ueli Forster, hat
zusammen mit seinem Bruder Emanuel
Forster 1994 in China
eine Textilfirma gegründet.
200 Frauen und
Männer arbeiten in dieser Firma, die sich 60 km
ausserhalb von Shanghai
befindet, an sieben Tage die Woche
im Dreischichtbetrieb
rund um die Uhr. Der Mindestlohn liegt
bei 660 Yuan und
entspricht ungefähr Fr. 100.00 im Monat.
Ausbeutung wie in
Sklavenzeiten. Das sollen unsere vorbildlichen
Wirtschaftskapitäne
sein? Vermutlich wünschen sich manche
Industrielle
solche Arbeits- und Lohnverhältnisse auch für uns in
der Schweiz.
So präsentiert sich
der feine Herr und Präsident Ueli Forster der
"Economiesuisse" in
Wirklichkeit. Erika Forster ist die Ehefrau von
Ueli Forster und zugleich
Ständerätin bei der FDP. Man muss nicht
erwähnen, dass auch
sie für mehr Personenfreizügigkeit ist.
Mit solchen Leuten
wie Forsters sollen die Schweizer Wählerinnen und
Wähler
überzeugt werden, am 25. September 2005 für die
Personenfreizügigkeit
zu stimmen. Vasella und
Ospel will das Befürworter-Komitee
nicht vor den Karren
spannen. Der Abzockerruf klebe zu sehr an ihnen, als dass
sie als Werbeträger
das Schweizer Stimmvolk am 25. September 2005 überzeugen
könnten. Ist aber der Ueli Forster
mit seinen Hungerlöhnen in China das bessere
Aushängeschild?