Leserbrief von Regula Escher, Zürich:
Preisüberwacher Strahm begrüsst Angriff von Billigprodukten auf unser Land
(sda-Meldung vom 15.2.2005)
Was Preisüberwacher
Strahm hier tut, ist der Globalisierung Tür und Tor öffnen.
Diese Wirtschaft kümmert sich nicht darum, ob Menschen, die
arbeiten, leben können und sozial gesichert sind. Von
globalisierenden Firmen und Konzernen werden kaum Steuern bezahlt,
sondern sie vernetzen sich ausserhalb und über die Staaten
hinweg. Gewinne werden andernorts investiert. Der am billigsten
Arbeitende bekommt einen Job.
In dem Zusammenhang ist das
Dublin-Schengen-Abkommen, über das wir demnächst
wahrscheinlich abstimmen werdem, zu erwähnen. Da geht es darum,
dass die Menschen sogenannt gläsern werden: alle Daten weiss man
von ihnen. Es ist nicht das Anliegen, dass man heute noch leichter
als Ferienreisender die Grenze überqueren kann. Dies ist ohnehin
kein Problem, auch wenn Zollhäuser an den Grenzen stehen,
wichtig für mancherlei Kontrollen zur Sicherheit des Landes. Es
geht aber darum, dass sich die Menschen über grosse räumliche
Distanzen, fern von ihren Familien, ohne ihre Kultur, schlecht
untergebracht, herumbewegen müssen, um Arbeit zu finden. Was ist
das für ein Leben? Das wird auch in besonderem Mass durch die
Osterweiterung und die erweiterte Personenfreizügigkeit auf die
Schweiz zu kommen, wenn dem keine Abfuhr erteilt wird.
In der
Billigproduktion werden Menschen minder bezahlt. Qualitätskontrollen
der Produkte sind auf erbärmlichen Niveau, Umwelt und Tierschutz
sind kleingeschrieben. Soziale Sicherung wird ausgeblendet. Hingegen
sind die Profite gross. Preisüberwacher Strahm bietet so Hand
dazu, dass Billigkonzerne ihren Einzug halten können. Die
Volkswirtschaft kann so kaum mehr bestehen. Gute Qualität - z.B.
von landwirtschaftlichen Produkten mit hohen Auflagen - kann es so
nicht mehr geben, und auch keine sichere Nahrung mehr, die
gesundheitlich bedenkenlos ist. Menschen mit kleineren oder mittleren
Unternehmen, die gute Arbeit leisten, und die kleineren und mittleren
Bauernhöfe mit vielfältiger, wichtiger Landwirtschaft geben
so auf.
Ist das eine Art Monopoly der Superreichen und
Möchtegern-Grössen, das sie mit den Menschen treiben? Und
die Politik unterstützt sie! Bewährte, wichtige Strukturen
werden so zerstört, Nationalstaaten gibt es nur noch dem Namen
nach und wenn man ein Fähnchen trägt. Das ist kulturlos und
menschenunwürdig. Dagegen und gegen die Globalisierung müssen
die Menschen aufbegehren. Es müsste diejenigen treffen, die
damit ihr Spiel treiben und meinen, sich mit dem grossen Lohn,
vom Steuerzahler bezahlt, ein angenehmes Leben machen zu dürfen.
Es
würde wohl Herrn Strahm guttun, wenn vor allem einmal sein Lohn
zünftig gedrückt würde und er jeweils bangen müsste,
ob das Geld bis zum Ende des Monats reicht.
Regula Escher, Zürich