NFA:
Volk, Stände und
Direkte Demokratie
als Verlierer
(zum
Abstimmungsergebnis vom 28. November)
Nur gerade
23% aller Stimmbürger haben den NFA befürwortet. 64% sind aus
Protest oder
Resignation über die notorisch einseitige Abstimmungspropaganda
aus Bundesbern
der Urne fern geblieben, weil dort die Doktrin Calmy-Rey, nicht
über Nachteile
zu berichten, immer mehr zum Tragen kommt. Die Medien haben die
PR-Informationen aus Bern unkritisch übernommen und sind ihrem
demokratischen
Informationsauftrag gegenüber den Stimmbürgern nur
ungenügend nachgekommen.
Während sich Bundesrat und Parlament als Sieger sehen, stehen Volk
und Stände,
Behinderte und Berggemeinden auf der Verliererseite. Da die Mehrheit
von
Bundesrat und Parlament im Gegensatz zur Volksmehrheit in die EU will,
wird bei
einer EU-kompatiblen Vorlage (auch wenn nicht deklariert, wie beim NFA)
das
Volk und die Direkte Demokratie automatisch zum Verlierer, wenn der
Bundesrat
eine Abstimmung gewinnt.
Die
NFA-Abstimmung, mit der eine Grossrevision der Bundesverfassung
verknüpft war,
wird dem Föderalismus schwer schaden und eine Machtverschiebung
zum Bund hin
bewirken, was eines Tages eine Übertragung an
die Zentrale in Brüssel erleichtern kann. Die Kantone
müssen nun nicht nur die Hoheit über ihre militärischen
Formationen (BV Art.
58) abgeben, sondern der Bund kann massiv in ihre
Souveränität eingreifen:
Möglichkeit von Zwangsmassnahmen gegenüber den Kantonen,
Einmischung in viele
kantonale Aufgabenbereiche, vierte Staatsebene von neuartigen
Zwangselementen
ohne demokratische Kontrolle. Der Bund kann nun die Nationalstrassen
privatisieren. Die finanziellen Beiträge an die Behinderten sind
nicht
gesichert. Die Berggemeinden erhalten keine rückzahlbaren Darlehen
für Infrastrukturaufgaben
mehr. Stattdessen werden Steuergelder in Wertschriften grosser
Unternehmen
investiert und die Erträge daraus à fonds perdu in
Wirtschaftsunternehmen
fliessen. Vielleicht werden die Stimmbürger eines Tages bedauern,
dass sie
nicht vor die Türe getreten und zum Rechten geschaut haben.
P.
Aebersold, Zürich
Mit
freundlichen Grüssen
P.
Aebersold
Schneebelistr.
7
8048
Zürich
Tel.
01 431 11 80